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Multiversum

Je mehr Verbote es gibt, desto weniger tugendhaft werden die Leute sein.

Je mehr Waffen es gibt, desto weniger sicher werden die Leute sein.

Je mehr Hilfsgelder es gibt, desto weniger selbstbewusst werden die Leute sein.

Daher sagt der Meister:

Ich lasse das Recht los, und die Leute werden redlich.

Ich lasse die Wirtschaft los, und die Leute werden wohlhabend.

Ich lasse die Religion los, und die Leute werden heiter und ruhig.

Ich lasse das Verlangen nach Allgemeinwohl los, und das Wohl verbreitet sich so allgemein wie das Gras.

Tao Te King

 

Daher gilt in diesem Forum: Je mehr Verbote es gibt...

(Seid nett zueinander)

 

Viele-Welten
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Gandalf (M+)

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06.02.2015 - 21:40: Quellen | Zitieren Zitieren

Österreichische Schule

Ludwig von Mises:
Die Gemeinwirtschaft

Nationalökonomie

Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel

Vom Wert der besseren Ideen

Ursachen der Wirtschaftskrise

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(Editiert am: 08.02.2015 11:23 von Gandalf)
 
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Gandalf (M+)

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Beiträge: 26

06.02.2015 - 21:57: Epistemologie der österreichischen Schule | Zitieren Zitieren

Aus dem Ludwig von Mises Seminar 2015

Nahrung für den kritischen Geist:
Epistemologie

Hans-Hermann Hoppe erläuterte im zweiten Vortrag die epistemologische Fundierung der Wirtschaftstheorie nach Ludwig von Mises (1881-1973). Mises unternahm eine strenge Trennung in Wirtschaftstheorie und -geschichte. Die Theorie gehe rein logisch-deduktiv vor und beanspruche allgemeine Gültigkeit. Die Geschichte hingegen bediene sich der Empirie und analysiere konkrete Zusammenhänge zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten. Für eine sachgerechte Analyse und Interpretation der erhobenen Daten sei die Theorie jedoch unabdingbar, denn die Daten sprechen gewissermaßen nicht für sich selbst. In anderen Worten: Die Theorie geht der Empirie voraus, und sie setzt ihr Grenzen. Der heute auch in der Ökonomik vorherrschende Positivismus, dessen Wurzeln interessanterweise ebenfalls im Wien der Jahrhundertwende zu finden sind, glaubt allerdings, dass alle Theorie nur hypothetisch sei und sich an der Empirie testen lassen müsse. Es handelt sich also genau um die umgekehrte Rangfolge. Aus der Empirie lasse sich die Theorie erst ableiten. Dem Positivismus zufolge gibt es nur zwei Aussagetypen – empirische Aussagen, die nur hypothetischen Wahrheitsgehalt haben können und die kontinuierlich adaptiert und an der Empirie getestet werden müssen, und analytische Aussagen, die lediglich definitorische Tautologien darstellen und keinerlei Erkenntnisgewinn liefern. Ein Beispiel wäre die Aussage: „Junggesellen sind unverheiratete Männer.“ Man könnte genauso gut das Gegenteil definieren.
Nun scheint aber die Frage berechtigt zu sein, was der Status dieser Grundaussage des Positivismus selbst ist: „Es gibt nur empirische oder analytische Aussagen.“ Wenn es sich dabei um eine analytische Aussage handelte, so wäre sie eine bloße Definition und folglich willkürlich. Ist es aber eine empirische Aussage, so kann sie nicht mehr als eine Hypothese sein. In beiden Fällen – und es sind nach dieser Lehre die einzigen möglichen Fälle – steht der Positivismus auf wackligen Beinen. Diese Aussage entzieht sich offensichtlich jedem empirischen Test und beansprucht allgemeine Gültigkeit. Ferner beansprucht sie, einen Erkenntnisgewinn zu liefern und etwas über die tatsächliche Struktur des menschlichen Wissens preiszugeben. Damit müsste sie einer Klasse von Aussagen zugeordnet werden, die es nach Sicht des Positivismus selbst gar nicht gibt. Der Positivismus ist also widersprüchlich.
Diese Aussagen, deren Existenz durch den Positivismus geleugnet wird, werden in der Einteilung Immanuel Kants als wahre synthetische Aussagen a priori bezeichnet. Dies sind Aussagen, deren Wahrheitsgehalt einwandfrei bestimmt werden kann, auch wenn die Regeln der formalen Logik allein nicht ausreichen und die Empirie dazu unnötig ist. Es sind Aussagen, die sich logisch deduktiv aus Axiomen ableiten lassen, die nicht widerlegt werden können, ohne sich in einen Widerspruch zu verstricken. Nach Kant liefert die euklidische Geometrie Beispiele für Aussagen dieses Typs. Mises übernahm diese Einteilung und behauptete, dass auch die Aussagen der Wirtschaftstheorie synthetisch a priori seien. Sie ließen sich aus dem Axiom des menschlichen Handelns ableiten: Menschen handeln – das heißt, sie verfolgen Ziele und bedienen sich dazu bestimmter Mittel. Wollte man dieses Axiom widerlegen, so müsste man sich bestimmter Mittel bedienen, etwa der eigenen Stimmbänder, um dieses Ziel zu erreichen. Man müsste also handeln. Der Versuch, das Axiom zu widerlegen, führt in einen Widerspruch.
Handlungen selbst sind etwas, das die Empirie nicht erfassen kann. Man kann lediglich Bewegungen von menschlichen Körpern beobachten. Die Einsicht, dass wir es dabei nicht immer nur mit bloßen Reflexen zu tun haben, sondern mit zielgerichtetem Handeln, entspringt also nicht der Empirie, sondern der Introspektion, also der Reflexion über uns Menschen selbst. Nach Mises ist Wirtschaftstheorie nichts anderes als die logisch-deduktive Durchdringung dieser Einsicht. Sie ist Bestandteil der sogenannten Praxeologie – der Logik des Handelns. Im menschlichen Handeln stecken alle grundlegenden Konzepte der Ökonomik, wie etwa Präferenzen und Kosten, denn die Verfolgung eines Ziels – für das wir also eine Präferenz haben – erfordert die Aufgabe oder Aufschiebung anderer Ziele. Dies nennen wir manchmal auch Opportunitätskosten.
Professor Hoppe stellte klar, dass die Anhänger von Mises in dieser einen Hinsicht sehr dogmatisch sind, wenn sie einen universellen A-priori-Wahrheitsanspruch auf alle Theoreme erheben, die sich logisch aus dem menschlichen Handeln ableiten lassen. Andererseits sind sie sich der Begrenztheit dieses Vorgehens wohl bewusst. Sie beharren darauf, dass das Wenige, das sie erklären können, von größter Wichtigkeit ist, wissen aber auch, dass sie bei weitem nicht alles wissen und erklären können. Deswegen sind sie viel demütiger und bescheidener als der ökonomische Hauptstrom, wenn es darum geht, Maßnahmen der politischen Intervention zu empfehlen. Die Politikempfehlung eines Positivisten basiert natürlich zunächst einmal nur auf einer Hypothese und liefert deswegen schon genügend Spielraum, um a posteriori eine Entschuldigung für ihr Scheitern zu erfinden. Wenn die Maßnahme nicht zum gewünschten Ziel führt, dann muss man seine Hypothese halt noch etwas anpassen: Vielleicht wurde die Geldmenge einfach nur nicht stark genug ausgeweitet, um den gewünschten wirtschaftlichen Aufschwung zu erzielen. Dem Österreicher ist aber a priori klar, dass die Ausweitung der Geldmenge per se keine Wohlstandsmehrung herbeiführen kann, sondern lediglich eine Umverteilung von bereits existierendem Wohlstand in die Hände jener, die das neue Geld zuerst erhalten. Das Perfide dabei ist, dass es sich zumeist um eine Umverteilung von unten nach oben handelt. Der Dogmatismus der Österreicher schützt in so mancher Situation vor wirtschaftspolitischem Irrsinn.
Die Österreichische Schule ist aus der Kritik an der Methodologie der Historischen Schule entstanden, und auch heute ist ihr kennzeichnendes Merkmal die Methodologie, die sie klar von der positivistischen Orientierung der Hauptstromökonomik abgrenzt.
Weitere Kernelemente der Österreichischen Schule, die Philosophie des Libertarismus und die kulturellen Folgen der Inflation
Die subjektive Wertlehre, die allgemein anerkannt ist und sich in mehr oder weniger starker Form in fast allen Denkschulen der Ökonomik wiederfindet, führt zur Preistheorie, nach der sich alle Marktpreise aus dem Zusammenwirken der subjektiven Bewertungen der Konsumenten ergeben. Philipp Bagus führte aus, dass sich die subjektiven Bewertungen der Konsumenten über die Preisbildung für Konsumgüter auch auf die Preisbildung für die jeweiligen Produktionsfaktoren niederschlagen. Damit seien es letztlich die Konsumenten, die die Produktion entsprechend ihrer Präferenzen lenken. Die notwendigen Signale für die Produzenten gingen dabei von den Marktpreisen aus. Damit leitete er direkt über zum abschließenden Vortrag des ersten Tages, zur Rolle des Unternehmers, der wiederum Thorsten Polleit vorbehalten war. Der nach Gewinn strebende Unternehmer kann auf einem freien Markt nur dann erfolgreich sein, wenn er die Präferenzen der Konsumenten besser befriedigt als seine Konkurrenz und die knappen Ressourcen der Volkswirtschaft nicht für die Produktion von Gütern verschwendet, die nicht genügend wertgeschätzt werden. Marktpreise dienen dabei dem Kalkül des Unternehmers. Sie ermöglichen eine Abschätzung der Effizienz unterschiedlicher Produktionswege.

(Editiert am: 06.02.2015 21:59 von Gandalf)
 
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